Dienstag, 5. November 2013

Kristin Cashore - Die Königliche

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(567 Seiten)
 
„Seit dem Tod ihres tyrannischen Vaters ist Bitterblue die alleinige Herrscherin eines ganzen Königreichs. Während sie langsam in ihre Aufgabe hineinwächst, muss sie sich unausweichlich der Vergangenheit stellen: Wer war ihr Vater, König Leck, wirklich? Was gehört zu den Lügengebäuden seiner Herrschaft und was ist tatsächlich die Wahrheit? Für ihre Nachforschungen schleicht sich Bitterblue Nacht für Nacht verkleidet aus dem Schloss, schließt unter falschem Namen ungewöhnliche Freundschaften in den Straßen und Wirtshäusern und verstrickt sich ihrerseits in ganz neue Lügen ...“
 
Der dritte und letzte (?) Teil dieser Trilogie hat mich genauso gefesselt, wie seine beiden Vorgänger! Nach Lady Katsa und Fire hat Kristin Cashore mir Bitterblue eine ebenbürtige Protagonistin erschaffen, die ja schon im ersten Band ihren Auftritt hatte. Aus dem Kind, das sie dort war, ist nun allerdings eine junge Frau und Königin eines der sieben Königreiche geworden!
 
Wie zu erwarten war, verbindet dieser Teil die beiden vorherigen nach und nach miteinander. Trotzdem geht die eigene Geschichte von Bitterblue dabei nicht unter.
Mit dem Wechsel von Tag zu Nacht wechselt Bitterblue nicht nur ihre Umgebung, sondern auch ihre Persönlichkeit. Nachts streift sie als Küchenmädchen „Sparks“ in der Stadt und den Erzählstuben umher, um herauszufinden, wie es wirklich um ihr Volk steht. Denn dass nicht alles so ist, wie ihre Berater ihr weis machen wollen, wird ihr mehr und mehr klar. Schon bald trifft sie bei ihren Erkundungstouren auf den Schreiber Teddy und den Dieb Saf. Zusammen kommen sie des Rätsels Lösung immer näher. Doch Lecks Grausamkeit hat tiefe Wunden hinterlassen, die Viele fürchten wieder aufzubrechen.
 
In Chiffren festgehaltene Geheimnisse, helfen Bitterblue die grausame Wahrheit aufzudecken und einen Weg der Heilung für ihr Land und ihr Volk einzuschlagen.
 
Das Rätsel um die verschiedenen Chiffren spielt letztendlich eine recht große Rolle und wird von der Autorin ziemlich ausgeschmückt. Zwar hört sich das „auf den ersten Blick“ etwas abstrakt an, doch bekam die Geschichte für mich dadurch erst einen besonders geheimnisvollen Schein!
 
Doch hier erst mal ein ganz anderes Beispiel für Verschlüsselungen, das mich persönlich ziemlich zum Schmunzeln gebracht hat:
 
"Das Passwort?"
"Es ändert sich jeden Tag, Königin."
"Und woher bekommst du das Passwort?"
"Helda versteckt es für uns, an jedem Tag der Woche an einem anderen Ort, Königin."
"Ach so. Und wie lautet es heute?"
">Schokoladenpfannkuchen<, Königin", sagte Fox.
(S. 33)
 
Ein bisschen erinnert mich das Ganze ja an Dumbledores Passwörter bei Harry Potter ;-) Ich sage nur: „Zischende Zauberdrops“, „Scherbert Zitrone“, „Karamell-Eclairs“
Wie könnte meins wohl aussehen?! „Apfel-Zimt-Muffin“, „Pfefferminz-Schokoladen-Bonbons“ oder einfach nur „Gummibär“?
 
Naja. Die anderen Verschlüsselungen offenbaren leider nicht ganz so schöne Dinge. Kristin Cashore ist nicht zimperlich, wenn es darum geht, Sachverhalte grausam zu schildern…
 
Doch hier noch zwei weitere Zitate, die meiner Meinung nach recht aussagekräftig für den lockeren Ton sind, der auf der anderen Seite von der Autorin angeschlagen wird:
 
Helda schüttelte fachmännisch eine Decke auf, so dass sie sich auf dem Bett bauschte. "Kann man mir vorwerfen, kleine Einzelheiten zu vergessen, wenn ich wahnsinnig besorgt bin, weil die Königin nicht in ihrem Bett liegt?", fragte sie. Dann ging sie zu den Kissen und schlug gnadenlos auf sie ein, bis sie aufgeplustert dalagen wie gehorsame Wolken.
(S. 234)
 
Seitdem ich den letzten Satz gelesen habe, muss ich bei Kissen aufschütteln einfach jedes Mal an „aufgeplusterte, gehorsame Wolken“ denken! Wirklich ein sehr schönes Bild (zumindest in meinem Kopf)!
 
Lovejoy, der sich neben Bitterblues Ellbogen zusammengerollt hatte, sprang jaulend in die Höhe. Als er wieder landete, begann er sich augenblicklich voller Elan zu putzen, als sagte ihm irgendein Instinkt, er müsse beschäftigt wirken, um zu überspielen, dass er keine Ahnung hatte, was los war.
(S. 352)
 
Katzen liebe ich ja, wie hier und da schon mal erwähnt, über alles. Und diese dort beschriebene Eigenschaft ist einfach sooooo passend! „Ich interessiere mich überhaupt nicht für dich/die andere Katze/das Blatt/…“ Ja, ja! Wie oft scheint mir mein Kater genau das weiß machen zu wollen?! Doch mich trickst er nicht so leicht aus ;-)
 
Meine einzige Kritik an diesem Buch soll auch hier wieder nur die Abänderung des Titels und des Covers sein.
 
http://3.bp.blogspot.com/-ZRtC8XwUWGI/To0GLr5hcQI/AAAAAAAACCA/XI6k_9cWqWc/s320/Bitterblue%252BDial%252Bfor%252Bblogger.jpg
 
Ich weiß, es ist Geschmackssache, doch mir gefällt das Original einfach um Längen besser!!!
 
Fazit: Lest diese Trilogie! Alle drei Bücher sind einfach super, auch, wenn sie sich nicht unbedingt ähneln. Welches ich am liebsten mochte? Ich weiß es nicht. Jedes hatte seinen eigenen Charme und seine eigene sympathische Heldin!

1 Kommentar:

  1. Sehr schöne Rezi zu einer Trilogie (bis jetzt^^), die ich liebe (:
    Aber ich musste grad so lachen, denn ich finde die deutschen Titel und vor allem die Cover absolut genial und definitiv besser als die Originale ! Aber wie du sagst, das ist Geschmackssache ;)
    Dein Blog gefällt mir allgemein sehr gut, da bleib ich gleich mal Leser ;)

    Vielleicht magst du ja auch mal bei mir vorbeischauen ... Sooo viel gibt's zwar leider noch nicht zu sehen, ich würd mich aber trotzdem freuen ;)
    http://evas-buecherwelt.blogspot.de/

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