Dienstag, 15. Oktober 2013

Jonathan Stroud - Bartimäus - Der Ring des Salomo

http://www.bookreporter.de/bilder/kritik/2010/5145-bartimaeus---der-ring-des-salomo-band-4.jpg
(469 Seiten)


„ „Niederster der Niederen“, sagte Salomo gefährlich leise, „welcher meiner Diener bist du?“
„O Herr, der du ewig leben mögest, ich bin Bartimäus.“
Steinernes Schweigen.
„Ich hatte noch nicht das Vergnügen“, fuhr ich hastig fort, „aber ein freundschaftliches Gespräch wäre für uns beide von Vorteil. Darf ich mich vorstellen? Ich bin ein Geist von beträchtlicher Weisheit und Ernsthaftigkeit, der einst mit Gilgamesch sprach und ...“
Salomo hob den Finger, und weil es der Ringfinger war, schluckte ich den Rest des Satzes hinunter und bereute die erste Hälfte. Lieber erst mal die Klappe halten. Und sich auf das Schlimmste gefasst machen.
 
Nach dem grandiosen Welterfolg der Bestseller-Trilogie um den Dschinn Bartimäus lüftet dieser vierte Band nun das Geheimnis – Wie alles begann ...“
 
 
Wie bereits oben zu lesen ist, habe ich nun endlich den vierten Band der Bartimäus-Reihe in die Finger bekommen! Wobei er ja eigentlich Band „Minus 1“ genannt werden müsste, da er zeitig doch weit vor der eigentlichen Trilogie spielt. Nämlich in Jerusalem, 959 v. Chr..
 
Für Leute, die dieses Reihe noch gar nicht kennen: Es ist egal, ob ihr erst die Trilogie lest, oder aber die Vorgeschichte. Inhaltlich gibt es keine Zusammenhänge.
 
Da es bei mir schon etwas länger her ist, das ich die Trilogie gelesen habe, möchte ich hier nicht weiter darauf eingehen und auch keine Vergleiche anstellen.
 
Aber nun zu „Bartimäus und der Ring des Salomo“:
Witzig, spannend und (meist) unvorhersehbar!
Mit seinem frechen Mundwerk gelangt Bartimäus nicht nur von einem Schlamassel in den nächsten, er erobert auch die Herzen seiner Leser im Sturm!
Obwohl er sich, wie alle Dämonen, egoistisch und selbstverliebt gibt, ist er doch im Grunde ein lieber Kerl. Wenn man ihn einmal auf seiner Seite hat (wobei hier nicht jeder beliebige Zauberer gemeint ist, der ihn herauf beschwört), gibt es nur noch wenig, das er nicht für einen tuen würde.
Natürlich muss man auch bei ihm auf der Hut sein, denn mit List und Tücke versucht er seinen Diensten auf der Erde zu entkommen, was meist gleichbedeutend mit dem Tod seines Beschwörers ist. Ein falsches Wort in einer Beschwörungsformel, ein zweideutig formulierter Auftrag kann ausreichen um dem beschworenen Dämon eine Möglichkeit zu geben sich gegen seinen Herrn zu wenden.
So muss auch der Zauberer Ezechiel erkennen, dass ihm Bartimäus nicht so treu ergeben ist, wie er es vielleicht gerne gehabt hätte…
 
Dschinn und andere Dämonen können auf der Erde jede beliebige Form annehmen. So kann es sein, dass man abwechselnd eine hübsche Jungfrau, ein gehörntes Ungeheuer, oder aber ein Nilpferd im Bastrock vor sich hat.
[Anmerkung: Als der Wasserspeier, als der Bartimäus auf dem Cover abgebildet wird, taucht er komischerweise in diesem Buch nicht an einer Stelle auf. Schade eigentlich.]
Auf diese Art versuchen sie wahlweise harmloser oder eben gefährlicher zu erscheinen, als sie tatsächlich sind. Außerdem ist es eben praktisch. So ein Phönix ist nun mal schneller und stärker als eine normale Brieftaube!
 
In all diesen verschiedenen Erscheinungsformen und unter dem Bann verschiedener Beschwörer stehend, erlebt Bartimäus ein Abenteuer nach dem anderen (natürlich müssen nebenbei auch alltägliche Aufgaben „gemeistert“ werden. Woher sollte denn auch sonst das Eis für die Nachspeisen des großen Salomo kommen, wenn nicht von einem Dschinn von den höchsten Gipfeln der Berge herbeigeholt?!?).
Das alles auf ein großes Finale hinausläuft, bei dem er eine entscheidende Rolle spielen wird, ist zwar von Anfang an zu erahnen, doch ist der Weg dorthin so verzweigt und unvorhersehbar, dass die Spannung bis zum Ende aufrechterhalten wird. Wie oft habe ich gedacht: „Jetzt passiert sowieso das und das.“ Und wie oft lag ich daneben!
 
Nun ist aber Bartimäus nicht die einzige Figur aus diesem Buch, auf die ich eingehen möchte. Denn wird neben seiner Sichtweise, in verschiedenen Kapiteln auch aus der Sichtweise von Asmir, der ersten Wächterin in Erbfolge der Königin von Saba, berichtet. Sie wurde mit dem (unmöglichen) Auftrag Salomo zu töten und ihm den Ring der Macht zu entwenden, nach Jerusalem geschickt. Dort trifft sie (ich denke ich nehme jetzt inhaltlich nicht unbedingt das größte Geheimnis vorweg) auf Bartimäus…
 
Mit blindem Vertrauen, den Befehlen ihrer Königin gehorchend wirkt sie zwischendurch doch etwas fanatisch. Doch dank Bartimäus wird auch dieser Zug an ihr liebenswert und ungewollt komisch. Denn das man es mit einer sympathischen und selbstbewussten jungen Frau zu tun hat, wird einen ziemlich schnell klar.
Die Streitereien zwischen Asmira und Bartimäus sind einmalig! Beide sind felsenfest davon überzeugt im Recht zu sein und versuchen immer wieder den jeweils anderen in unachtsamen Momenten übers Ohr zu hauen. Das sie aber bald schon nicht mehr ohneeinander klar kommen, versteht sich ja fast schon von selbst :-)
 
Ob dieser Band mit den anderen mithalten kann, kann ich nach diesem großen Abstand leider nicht sagen, aber eins ist klar: "Bartimäus und der Ring des Salomo" ist ein fantastisches Buch, das ich wärmstens allen weiterempfehlen möchte! Eine spannende Geschichte, die auch noch gut geschrieben ist; was will man mehr?!
 
 
Bartimäus ist frech, dreist und einfach nur unverschämt. Trotzdem, oder gerade deswegen, muss man ihn einfach lieben!!!

Sonntag, 13. Oktober 2013

[TAG] 100 Fragen, die dich niemand fragt! Teil 4


31. Kannst du ein Auto volltanken?

Leider muss ich dieses Können fast jede Woche unter Beweis stellen…

32. Hast du jemals einen Strafzettel bekommen?

Bisher besteht meine Sammlung aus zwei Strafzetteln und einem Blitzerfoto.

33. Ist dir jemals der Tank mitten auf der Fahrt ausgegangen?

Gott sei Dank noch nie. Ich war aber einmal dabei, als es jemand anderem passiert ist, seitdem bin ich da äußerst vorsichtig…

34. Lieblingssandwich?

Thunfisch!!!

35. Das Beste, was man zum Frühstück essen kann?

Ein Brötchen mit Frischkäse und selbstgemachter Marmelade oben drauf!

36. Wann gehst du normalerweise zu Bett?

Seit ich arbeiten gehe hat sich mein Rhythmus total verschoben und ich bin immer so zwischen 10 und halb 11 im Bett (also unter der Woche).

37. Bist du faul?

Ich weiß, das ist nichs, worauf man stolz sein sollte, aber ich denke ich kann von mir behaupten, diese Fähigkeit meisterlich zu beherrschen.

38. Als du ein Kind warst, als was hast du dich verkleidet zu Halloween?

Als Hexe mit grünen toupierten Haaren!

39. Was ist dein chinesisches Sternzeichen?

Schlange

40. Wie viele Sprachen kannst du sprechen?

Drei

Freitag, 11. Oktober 2013

Update ;-)

Hallo meine lieben Leser!
 
Momentan geht es hier ja gerade etwas ruhiger zu; weder zum Schreiben, noch zum Lesen habe ich momentan so richtig Zeit und Lust. (Zwar lese ich immer noch gut ein Buch pro Woche, aber das ist ja nichts…)
Ganz abgesehen davon, gleicht das Ganze hier gerade eher einem normalen Tagebuch als einem Büchertagebuch. Aber das wird schon wieder! Ich bin da sehr optimistisch, dass mich die Schreib- und Leselust schon bald wieder packt!
 
Wie euch vielleicht aufgefallen ist, lese ich nun scheinbar schon seit geraumer Zeit ein und dasselbe Buch: „Im Land der Stundendiebe“ von Thomas Mendl. Das liegt daran, dass mein Programm hier mal wieder hakt. Ich kann einfach keine neuen Sachen da einfügen…
Zu eurer Information (denn ich bin sicher, es interessiert euch brennend!), vorgestern Abend habe ich mit einem weiteren Agatha Christie – Krimi angefangen: „Der Tod auf dem Nil“ mit Hercule Poirot als Ermittler!
 
Ist euch auch so kalt? Wahrscheinlich! Laut Apotheken- und Sparkassenthermometer hatten wir heute Morgen nur 6°C – 7°C. zum warm werden gibt es also jetzt einen Yogi Tee -> Jamaika - Roastet Spice (Zutaten: Geröstete Zichorien, Zimt, Gerstenmalz, Karob, Kardamom, schwarzer Pfeffer, Süßholz, Benediktenkraut -> na wenn mir jetzt nicht warm wird weiß ich auch nicht weiter!)
 
 


 
Gestern war ja mal weder ein Blitzmarathon… muss ich dazu eigentlich noch was sagen?! Ja, vielleicht schon. Vielleiht sollte ich anmerken, dass ich nicht geblitzt wurde. Wäre auch gar nicht möglich gewesen. Denn selbst wenn ich zu schnell hätte fahren wollen, wären da immer noch die anderen schleichenden Autofahrer gewesen. Was stimmt denn nicht mit euch? Geschwindigkeitsbegrenzungen darf man ruhig ausfahren! Aber ich glaube darüber habe ich mich hier schon einmal ausgelassen. Belassen wir es also lieber dabei. Ändern wird sich eh nichts.
 
Aber es gab auch etwas sehr Schönes gestern! Ich war einkaufen:
 
 
 
Aldi und Lidl haben seit gestern Backsachen im Angebot! Da ich bald ausziehe, musste ich mich natürlich erst mal eindecken! Seit ein paar Jahren bin ich überzeugter Silikon-Backformen-Fan! Wenn ihr mich fragt, gibt es nichts besseres. Kein nerviges Einfetten der Formen mehr! Und auch die Frage „Wird der Kuchen sich wohl aus der Form lösen lassen?“ hat sich hiermit erledigt! Ach ja! Vielleicht backe ich heute direkt mal einen Kuchen!
 
Andererseits stehen heute eigentlich schon 2 andere küchenmäßige Sachen auf dem Plan. Ich habe im Internet nämlich letztens ein paar tolle neue Rezepte gefunden! Unter anderen eben auch besonderen Weihnachtszucker (für Milchreis, Grießbrei etc.) und ein Apfel-Marzipan-Quark-Dessert! Wenn nicht alles total schief geht, werde ich mal berichten.
 
Gestern habe ich auch schon ein bisschen gezaubert. Das Ergebnis sieht unspektakulärer aus, als es ist:
 
 
 
Weihnachtscappuccino -> hier geht’s zum Rezept *KLICK*
 
Wo ich gerade mal bei Backen bin, möchte ich euch eine weitere Sache natürlich auch nicht vorenthalten: Und zwar bin ich glückliche Gewinnerin eines Cupcake-Sets vom Gewinnspiel auf http://www.suessblog.de/ !
 
 
 
Das war’s auch schon wieder von mir!
 
Liebe Grüße, Swantje
 

Weihnachts-Cappuccino

Zutaten für 4 Portionen:
 
300 g  Milchpulver (Kaffeeweißer) 
350 g  Puderzucker 
70 g  Kakaopulver 
70 g  Kaffeepulver, lösliches 
1 TL  Zimt 
¼ TL  Lebkuchengewürz
 
 
Alle Zutaten mischen und 3 mal durch ein feinporiges Sieb streichen oder in einem Mixer fein mahlen. In luftdichte Gläser füllen und gut verschlossen aufbewahren.
 
Zubereitung: 3 gehäufte TL auf einen Becher mit heißem Wasser geben und gut umrühren.
 
 
(Das ist übrigens nur die Hälfte des Pulvers, dieselbe Menge steht noch bei mir auf der Arbeit herum!)
 
Anmerkungen meinerseits:
 
Zum einen habe ich erst mal nur die Hälfte gemacht. Das ist nämlich schon eine riesige Menge bei der man eine große Schüssel zum verrühren braucht. Ich erwähne das hier besonders, weil ich jemand bin, der mir Mengenangaben überhaupt nichts anfangen kann und deshalb mal ganz gerne dazu neige zu kleine Behälter zu wählen…
 
Ich habe die Zutaten nur ein Mal durchgesiebt. Da kommt man wohl nicht drumherum, aber das reicht dann auch.
 
Bei 3 gehäufte Teelöffeln fand ich den Cappuccino etwas zu wässrig. Also ruhig 4 nehmen.
 
Gut umrühren!
 
  • Wie hat er mir denn nun geschmeckt? Ganz gut, aber auch ziemlich mächtig. Außerdem hätte ich ihn mir weihnachtlicher vorgestellt. Nächstes Mal also etwas mehr Zimt?!
Letztendlich schmeckt er aber auch nicht besser als das gekaufte Pulver (finde ich), und da weiß ich noch nicht, ob ich mir die Mühe nochmal mache.
 
 
[Quelle Rezept: chefkoch.de -> Angys Weihnachts – Cappuccino]
 

Montag, 7. Oktober 2013

[TAG] 100 Fragen, die dich niemand fragt! Teil 3


21. Was ist dein aller liebster Film?


„Auf immer und Ewig“ mit Drew Barrymore!!!

22. Wo würdest du einen verborgenen Schatz vergraben, wenn du einen hättest?

Als ob ich das hier verrate! Was wäre denn, wenn ich wirklich schon einen Schatz versteckt hätte?!?

23. Was trinkst du zum Abendessen?

Früchtetee

24. Worin dippst du ein Chicken Nugget?

Am liebsten in süß-sauer Soße!

25. Was ist dein Lieblingsessen?

Bandnudeln mit Lachs und Blattspinat in Sahnesoße.

26. Welche Filme kannst du immer und immer wieder anschauen und du liebst sie trotzdem?

Aristocats, Mulan, der König der Löwen, 101 Dalmatiner, Küss den Frosch, Arielle, Aladdin, Die Schöne und das Biest…

27. Letzte Person die du geküsst hast, die dich geküsst hat?

Das war seltsamerweise mein Freund. Ich sollte mal fragen, was da los ist, dass er mich einfach so küsst?!

28. Warst du jemals ein Pfadfinder?

Ja, Ziemlich lange sogar! Ein Zelt aufbauen stellt kein Problem für mich da!

29. Würdest du jemals nackt in einer Zeitschrift posen?

Nein.

30. Wann war das letzte Mal, dass du jemandem einen Brief auf Papier geschrieben hast?

Diesen Sommer irgendwann. Ich schreibe noch relativ oft Briefe oder Postkarten.

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Agatha Christie - 16 Uhr 50 ab Paddington

http://www.fischerverlage.de/media/fs/15/978-3-596-51115-0.jpg


(253 Seiten)
 
„Elspeth McGillicuddy ist keine Person, die sich Halluzinationen hingibt. Die alte Freundin von Miss Jane Marple sieht etwas Entsetzliches im vorbeifahrenden Zug: Vor ihren Augen wird eine Frau erdrosselt! Doch kein Leichnam kann gefunden werden, also nimmt niemand ihre Aussage ernst - bis auf Miss Marple. Die wunderbar schrullige Junggesellin findet ein verdächtiges Familienanwesen an der Zugstrecke und schleust die patente und attraktive Lucy Eylesbarrow in die potentielle Täter-Familie ein...“
 
Mein zweiter Miss Marple – Roman, aber der erste, den ich auch als Verfilmung kenne.
 
Zunächst einmal war ich ziemlich überrascht. Nicht Miss Marple war es, die den Mord im vorbeifahrenden Zug beobachtet hat, sondern eine Freundin von ihr. Sie ist auch nicht diejenige, die als Hausangestellte bei der Familie Crackenthorpe verdeckt ermittelt. Im Gegenteil, sie bleibt mehr oder weniger im Hintergrund und mischt sich nur unerheblich über Lucy Eylesbarrow in das Geschehen ein.
 
Aber da ich nun mal der Meinung bin, dass die Bücher in fast jeden Fall besser oder zumindest nicht schlechter sind, als der Film, fiel es mir nicht schwer mich auf diese andere Darstellung des Krimis einzulassen! Ich wurde nicht enttäuscht! Nur kann ich mich nicht entscheiden, ob mir Buch und Film gleich gut gefallen haben, oder das Buch einen Tick besser?! Die Filme mit Margaret Rutherford als Miss Marple sind aber auch zu schön! (Auch wenn die Schauspielerin nicht unbedingt der Romanfigur gleicht; einer zerbrechlich wirkenden, schlanken, blässlichen und kultivierten Dame!)
Erst im Nachhinein ist mir übrigens aufgefallen, dass Mr. Stringer in den Büchern gar nicht auftaucht. Komisch eigentlich. In den Filmen habe ich ihn immer sehr gerne gesehen, aber hier habe ich sein Fehlen nicht einmal bemerkt.
 
Es würde mich mal interessieren, was ich von den Filmen halten würde, wenn ich die Bücher zuerst gelesen hätte… Normalerweise mag ich solche Abweichungen ja überhaupt nicht. Naja, so gefallen mir jedenfalls beide Varianten!
 
Aber zurück zum Buch und seinen Figuren:
Sind die Namen nicht entzückend?! Zunächst einmal Mrs. McGillicuddy! Ich konnte mich gar nicht satt sehen/lesen, so süß fand ich ihn (gedanklich wurde er gleich als möglicher Name für zukünftige Katzen notiert)! Miss Eylesbarrow kam mir hingegen wie ein recht normaler englischer Name vor, der für uns nicht-Engländer vielleicht etwas schwieriger auszusprechen ist, aber auch keine allzu große Hürde darstellt. Und dann wäre da noch die Familie Crackenthorpe! Evelyn Hamann als Nachrichtensprecherin lässt grüßen! Für diejenige, die die Szene nicht kennen, hier eine Verlinkung zu dem Video (guckt es euch ganz an, es lohnt sich!!!): 
 
 
Was die anderen Charaktere betrifft, sind meiner Meinung nach keine Besonderheiten zu vermerken.
 
Für Leute die Thriller und Nervenkitzel über alles lieben, sind die Agatha Christie – Romane wohl eher weniger geeignet. Trotz mehrerer Morde bleibt das Ganze doch recht harmlos und meistens eher amüsant als nervenaufreibend. Gerade deshalb liebe ich diese Krimis so! Die besondere Art von Miss Marple an die Fälle heranzugehen, zu Ermitteln und die anderen aus der Reserve zu locken gibt den Geschichten ihren ganz eigenen Charme.
 
Was mich jedes Mal besonders ha schmunzeln lassen, waren die Kommentare von Stoddart-West, einem der Jungen im Hause Crackenthorpe. Da er bald nach Australien (meine ich zumindest) reist, übt er sich schon mal in deren Ausdrucksweise. So findet er alles was ihn begeistert z.B. „pfundig“!
So sind es hier auch oft Nebencharaktere, die zwar keine große Rolle spielen, die die Geschichte aber abrunden und somit für einen pfundigen Gesamteindruck sorgen! Nehmen wir nur noch Mrs. Kidder, eine Hausangestellte, die für Tratsch natürlich überhaupt gar nichts übrig hat und vor lauter Arbeit ja sowieso nie dazu kommen würde! Wie käme man auch nur darauf?! Selbstverständlich ist sie trotzdem bestens informiert und kann ihre Meinung dazu natürlich nicht einfach so für sich behalten! Wo kämen man denn da hin?!
 
Blöd natürlich nur, dass ich den Mörder wegen des Filmes schon kannte. Ich glaube nicht, dass ich von alleine drauf gekommen wäre, aber wer weiß, vielleicht hätte mich mein kriminalistisches Denken doch weiter gebracht, als ich jetzt vermuten würde!
Der nächste Agatha Christie liegt schon bereit, ich werde es also in nicht allzu ferner Zukunft erneut testen können!

Dienstag, 1. Oktober 2013

Thomas Mendl - Im Land der Stundendiebe

http://www.weltbild.de/media/ab/2/048925366-im-land-der-stundendiebe.jpg


(414 Seiten)

 
„Die zwölfjährige Anna und ihr Zwillingsbruder Ben sind völlig aus dem Häuschen. Eine ganze Woche fahren ihre Eltern in Urlaub und überlassen sie der Obhut ihrer nachsichtigen Tante Mia. Für die Zwillinge bedeutet das jede Menge Freiheit und Nichtstun, da sind sie sich sicher. Doch schon am ersten Abend kommt alles ganz anders, denn ein scheinbar harmloser Stromausfall entpuppt sich als Beginn einer abenteuerlichen Reise. Einer Reise, auf der Anna und Ben es mit fremden Zeiten, verborgenen Welten, falschen Wissenschaftlern und einem echten Fürsten zu tun bekommen.“
 
Nach meiner kleinen „Lesepause“ kam mir „Im Land der Stundendiebe“ als Wiedereinstieg genau richtig vor. Eine schöne Fantasy-Geschichte ab 10 Jahren, einfach geschrieben und somit schnell durch! So der Plan.
Wie hätte ich auch ahnen können, dass sich hinter so einem ansprechenden Cover so ein langweiliger Firlefanz verbergen könnte?! Da ich öfters mal Kinder- und Jugendbücher lese, kann ich also ausschließen, dass es alleine daran lag und ich einfach nur zu alt für das Buch war.
 
Aber erst einmal ein paar Worte zur Grundidee: Die Zwillinge Anna und Ben gelangen über eine Art Zeitmaschine ins Jahr 1919. Zusammen mit anderen Kindern aus den verschiedensten Jahrhunderten versuchen sie nun, einen Weg zurück in ihre Zeiten zu finden. Statt jedoch erneut in der Zeit zu reisen, geraten sie in eine Parallelwelt, in der sie nicht nur sich selbst treffen, sondern auch jede Menge anderer Kuriositäten gegenüberstehen.
Aus dieser Idee lässt sich doch eigentlich so einiges machen! Ich fand es zumindest sehr vielversprechend und war bereits nach ein paar Seiten bereit, mich voll und ganz auf die Geschichte einzulassen!
Leider hielt dieses Gefühl nicht allzu lange an, denn schon nach ein paar Kapiteln musste ich mich regelrecht zwingen, weiterzulesen. Sagen wir’s so: Ich hätte nichts verpasst, wenn ich es tatsächlich zur Seite gelegt hätte.
 
Ein wirres Ereignis jagt das andere. Ständig wird zwischen den Zeiten und Welten hin- und hergesprungen. Um das Ganze noch etwas unübersichtlicher zu machen, werden zwischendurch noch ein paar erfundene Geschichten erzählt, die sich aber „wie echt“ anfühlen.  Anna, Ben, Cleo, Tim, Tango und Armelle (Gott, was ist mir diese ellenlange Namensauflistung auf die Nerven gegangen…) sitzen eigentlich ununterbrochen in der Tinte. Mal retten sie sich auf wundersame Weise selbst oder sie werden von spektakulären Figuren gerettet, nur um sofort wieder in eine Falle zu geraten. Ich hatte das Gefühl, Thomas Mendl wollte jedes noch so kleine Detail so bunt und ausgeschmückt darstellen, wie es nur geht. Manchmal ist weniger aber einfach mehr. Die meisten, mit Pauken und Trompeten vorgestellten Figuren haben nur ihren 2 – 3 Seiten langen Auftritt und verschwinden dann für den Rest des Buches komplett von der Bildfläche. Das kann man ja mal machen, aber bitte nicht im Sekundentakt!
 
Und dann ist da noch unsere liebe, nette, schlaue, fantasievolle Hauptperson Anna. Mit ihr bin ich nicht nur nicht warm geworden, ich fand sie eigentlich ziemlich blöd. Das war jedoch mit Sicherheit nicht der Effekt, den der Autor bei seinen Lesern erzielen wollte. Wo er sich doch solche Mühe gegeben hat, sie soooo toll darzustellen. Tja, schade, ich fand sie trotzdem, oder gerade deswegen, blöd.
 
Zusammengefasst hätten wir da also eine vollgestopfte Geschichte, ohne solide Grundhandlung, in der man eigentlich nur den Überblick verlieren kann und dazu noch eine unsympathische Hauptperson!
 
Bevor ich in dieser Hinsicht weiter ins Detail gehe, hier aber noch mein Pluspunkt für das Buch: Der Insectulus! Ein kleiner blauer, fliegender Ball, der sprechen kann (auch, wenn er eigentlich nur jammert). Die „oh-wie-süß“ Reaktion blieb auch bei mir nicht aus!
 
So. Jetzt geht’s ans Eingemachte!           !!!ACHTUNG SPOILER!!!
 
Was mir so alles überhaupt nicht gepasst hat:
 
  • Erst wird zwischen Anna und Tim eine aufkeimende Liebesbeziehung angedeutet und dann wird darauf auf einmal kein bisschen mehr eingegangen.
  • Was wird aus den anderen, kommen sie in ihre Zeit zurück???
  • Was wird speziell aus Tim? Er wollte ja auf keinen Fall in seine Zeit zurück. Man hätte ihn so schön mit Anna und Ben mitschicken können.
  • Auch was aus dem Insectulus wird, bleibt unklar.
  • Cleo und Tango kommen aus den Jahren 2022 und 3033. Da wird erst ein Riesenaufstand drum gemacht, das hat bestimmt so viel zu bedeuten! Und dann? Nichts mehr.
  • Cleo kann durch Wände gehen (hab ich nicht so ganz verstanden), Tango ist besonders schnell, Ben ist der „Orakel Bruder“. Und was wird damit gemacht? Eigentlich nichts.
  • Anna ist wirklich ganz toll! Sie boxt ihren Bruder andauernd (total witzig…), und was den Insectulus angeht, dem sie sich so aufopferungsvoll widmet: Besonders liebevoll geht sie mit ihm ja auch nicht gerade um… Nehmen wir ihn doch als Köder, um herauszufinden, ob die anderen Leute wirklich Reflektierte sind, oder nicht; es wird schon nichts passieren. Er bewegt sich nicht? Dann tu ich ihm einfach weh, dann wird er sich schon bewegen. Als sie sich zum ersten Mal begegnen, hat er zwar panische Angst vor Anna und den anderen,  aber sie stopft ihn einfach mal in ihre Tasche um ihn zu „retten“!
  • Die eineiigen Zwölflinge, die „Eins“ bis „Zwölf“ heißen: tolle Idee, doch bei der aufwendigen Vorstellung erwarte ich mehr von ihnen.
  • Herr Ich und Herr Er, die auch immer von Ich und Er reden: tolle Idee, doch bei der aufwendigen Vorstellung erwarte ich mehr von ihnen.
 
Belassen wir es dabei. Es gibt noch so einiges, was ich entweder nicht schlüssig fand, oder was mir nicht gefallen hat, aber diese Auflistung soll reichen.
 
Auch hier bleibt nun noch die Frage offen, warum das Buch trotz allem bei vielen Lesern so gut angekommen ist?!? Das ist mir wirklich schleierhaft.